Über meinen Weg zurück zu mir und warum meine
innere Stimme heute mein sicherer Ort ist.
Vielleicht kennst du das: Von außen läuft alles. Du funktionierst, triffst Entscheidungen und hältst alles zusammen. Und trotzdem fehlt etwas. Ich kenne dieses Gefühl gut. In diesem Interview erzähle ich, wie ich mich selbst verloren und wiedergefunden habe. Und warum genau daraus meine Kunst entsteht.
Was hat dich dazu gebracht, Kunst zu schaffen, die Menschen zu sich selbst zurückführt?
Mein eigener Weg. Als Kind war ich oft in der Werkstatt meiner beiden Opas. Der eine war Malermeister, der andere hat viel selbst aus Holz gebaut. Dort hat meine Leidenschaft fürs Handwerk angefangen. Später habe ich in einem früheren Beruf vor allem funktioniert. Ich habe mich angepasst, bis ich mich im Spiegel nicht mehr wiedererkannt habe. Gemalt habe ich kaum noch. Ich weiß also, wie es ist, wenn außen alles läuft und es sich innen trotzdem leer anfühlt. Genau deshalb male ich heute.
Was fasziniert dich daran, die innere Stimme sichtbar zu machen?
Bei mir hat es mit einem Bild angefangen: der Energiemuschel. Sie zeigt, wie ich in der Stille und in der Tiefe meine innere Stimme wiedergefunden habe. Wie ganz tief unter Wasser, wo es ruhig wird. Danach habe ich mich bewusst für mich entschieden. Im Sommer darauf bin ich aufgeblüht wie eine bunte Blumenwiese. Das fasziniert mich bis heute: Ein Bild kann sichtbar machen, was wir lange überhört haben.
Welche Rückmeldungen berühren dich am meisten?
Wenn jemand vor seinem Bild steht und spürt: Das bin ich. Genau das hat mir eine Kundin geschrieben. Ihr Bild erinnert sie jeden Tag daran, leichter zu sein und mehr sie selbst. Solche Worte zeigen mir, dass ein Bild weit über die Leinwand hinaus wirkt.
Was ist die größte Herausforderung, wenn du für Menschen malst, die wieder zu sich finden wollen?
Am Anfang hatte ich Sorge, dass sich nicht jeder öffnen möchte. Ein Bild mit Tiefe braucht aber eine Geschichte. Umso mehr hat es mich überrascht, wie offen fast alle waren. Sie haben mir ihre Wünsche, Gefühle und Gedanken anvertraut. Bei mir muss niemand stark wirken oder alles im Griff haben. Ehrlich sein reicht.
Warum ist diese Kunst gerade jetzt wichtig?
Weil wir so viel funktionieren. Wir vergleichen uns und füllen jede Stille sofort mit Reizen und Leistung. Dabei geht die eigene Stimme leicht verloren. Abends, wenn es endlich still wird, ist sie dann plötzlich da: diese Leere. Ich glaube, sie ist kein Fehler. Sie ist der Raum, in dem wir uns wieder hören können. Ich finde diesen Raum in der Natur und in der Musik. Meine Kunst soll ihn zu dir nach Hause bringen.
Was wünschst du dir für die Menschen, die deine Werke betrachten?
Dass sie sich wieder zuhören. Ihren Gefühlen, Gedanken und Bedürfnissen. Ohne sich ständig vor anderen erklären zu müssen. Ich wünsche mir, dass sie abends auf ihr Bild schauen und sich fragen: Habe ich heute auf mich gehört? Und dass die Antwort immer öfter Ja ist. Das fühlt sich an wie Heimkommen.
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